
Bilateraler Warenverkehr Italien-Deutschland
Der Handel mit Italien und die Wettbewerbsposition des italienischen Exports auf dem deutschen Markt
(Tendenz im Fünfjahreszeitraum 2002-2007)
Der Saldo der deutschen Handelsbilanz zeigt trotz eines bedeutenden Anstiegs deutscher Einfuhren im Laufe des Jahres 2006 (+15,9%) einen beträchtlichen Überschuss. Während des 1. Quartals 2007 gingen die Importe gegenüber 2006 zurück (-6,88%). Dennoch entwickelte sich sowohl 2006 als auch im 1. Quartal 2007 der italienische Export nach Deutschland mehr als positiv (+11,50% im Jahr 2006 und +18,96% im 1. Quartal 2007)[1] und erreichte den fünften Platz unter den wichtigsten Lieferländern (Spitzenreiter sind Holland, Frankreich, Belgien und China, dem Italien 2005 den traditionellen vierten Platz überlassen musste).
Stärkere Position für Hochtechnologieprodukte
Interessant ist die Warenzusammensetzung unserer Ausfuhren, denn sie widerspricht den stereotypen Erwartungen im Agrar- und Nahrungsmittelsektor (obwohl Italien bei den Weinen in vorderster Reihe steht) und bei der Bekleidung (Italien gehört zu den wichtigsten Ausfuhrländern, in den einzelnen Unterbereichen China, danach Türkei, Indien, Rumänien). Darüber hinaus gehören die ersten drei Warengruppen der aus Italien ausgeführten Produkte zu den ersten vier Gruppen deutscher Einfuhren (aus offensichtlichen Gründen bleiben Mineralöle und Brennstoffe ausgeschlossen). Dabei handelt es sich um Maschinen (ganz leichter Rückgang im 1. Quartal 2007 gegenüber 2006), Fahrzeuge und Transportmittel (um 0,38% gestiegen trotz des Rückgangs deutscher Einfuhren im 1. Quartal 2007), elektrische Geräte (-0,13% gegenüber 2006). Es handelt sich hier um Hochtechnologiebereiche, in denen Italien noch nie eine marktbeherrschende Position inne hat und in denen es nun schrittweise an Boden gewinnt. So hat es tatsächlich wieder den ersten Platz bei Bäckereimaschinen erobert und seine Spitzenposition bei Auswuchtmaschinen für mechanische Teile und Wäschereimaschinen beibehalten. Im übrigen ist Italien im Zeitraum 2006 – 1. Quartal 2007 bei landwirtschaftlichen Maschinen und Textilindustrie an die dritte Stelle gerückt, hat seine Spitzenposition bei Dampfstrahlern verteidigt, den zweiten Platz bei Stein und Glas verarbeitenden Maschinen sowie bei Maschinen zur Verarbeitung von Obst und Gemüse eingenommen und seinen zweiten Platz bei Löt- und Schweißmaschinen, beim Wein (an dritter Stelle im ersten Quartal 2007 nach dem Vorrücken von Slowenien), bei der Nahrungsmittel- und Verpackungsindustrie sowie in der Metallverarbeitung und Gießerei bewahrt.
In spektakulärer Weise erleben wir eine schrittweise Veränderung der Warenzusammensetzung unserer Ausfuhren nach Deutschland. Wenn man nun im Zeitraum 2001-2007 (1. Quartal) die ersten 40 Plätze von nach Deutschland eingeführten Erzeugnissen untersucht, bei denen Italien traditionell eine marktbeherrschende Position einnimmt, lassen sich gewisse Tendenzen beobachten, die in einigen Fällen stabil sind (wie der endgültige Verlust der Spitzenposition in Niedrigtechnologiebereichen aufgrund asiatischer Konkurrenten und/oder auf Kosten der Qualität), während sich in anderen neue Szenarien andeuten könnten (wie die Behauptung von Ländern auf internationaler Ebene, zum Beispiel Rumänien im Bekleidungssektor).
Verlust der marktbeherrschenden Position in traditionellen Bereichen
Zu beobachten ist, dass Italien auf einigen Gebieten konstant seine Spitzenposition zugunsten von asiatischen Konkurrenten, allen voran China, eingebüßt hat. Dies ist beispielsweise der Fall beim Marmor und Travertin (von 60% des Gesamtimports im Jahr 2002 auf 46% im 1. Quartal 2007, dennoch Beibehaltung einer Spitzenposition), beim Granit (von 42% 2002 auf 29% im 1. Quartal 2007, Rückgang auf den zweiten Platz) und bei der „Steinverarbeitung und anderen Steinen“ (von 14 bzw. 20% im Jahr 2002 auf 11 bzw. 14% 2007, was den zweiten Platz bedeutet). Dagegen hat Italien im Bereich Schmuckwaren und Uhren Erfolge verzeichnen können und überholte in nur drei Jahren die Schweiz. Analog dazu gelangte Italien im Textilsektor auf den 2. Platz (von Indien überholt) bei den Baumwollgarnen, während es den dritten Platz bei den Seiden einnahm (China und Österreich zogen vorbei). Dennoch behält Italien seine vorrangige Stellung bei Produkten, zu deren Bearbeitung technologische Ausrüstung erforderlich ist. Dies ist beispielsweise der Fall bei Seidentoffen, Stoffen im Allgemeinen (Produkte aus pflanzlichen und synthetischen Fasern) und bei Garnen aus pflanzlichen Textilfasern (wo Italien schrittweise die Positionen der asiatischen Länder aufgeweicht hat, weil es auf ein größeres technologisches Potential zugreifen kann).
Was den Nahrungsmittelbereich angeht, bleibt Italien traditionell Spitzenreiter bei der Ausfuhr von Reis, Weizenteigwaren und Wein und ist Dritter bei Schaumweinen, Backwaren sowie bei frischem und tiefgefrorenem Gemüse. [1] Italienische Exporte nach Deutschland 2005: - 1.38% gegenüber 2004
rechtliche hinweise
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credits | F.A.Q.