Die Geschichte Italiens
In früher Eisensteinzeit war Italien von vielen verschiedenen Völkern wie zum Beispiel den Etruskern, Latinern oder Oskern besiedelt. Es gab auch einige griechische Siedlungen in Süditalien und Sizilien. Die Herkunft und Sprache dieser Völker sind bis heute jedoch noch nicht eindeutig geklärt und entschlüsselt.
Als der Legende nach 753 das Römische Reich gegründet wurde, wurden in den folgenden Jahrhunderten jedoch diese einheimischen Völker von Rom unterworfen. Insgesamt erstreckte sich die Herrschaftsgebiet der römischen Kaiser zur Höhepunkt des Reiches über weite Teile des Mittelmeerraumes (ganz Spanien, Frankreich, England, Süddeutschland, Österreich, die Schweiz Griechenland, Italien, Teile des Balkans, große Teile der heutigen Türkei, des nahen Ostens, die nördlichen Gebiete Marokkos und Algeriens, und Ägypten).
Nach einer tausendjährigen Existenz Roms entwickelten sich nach dem Einfall der Goten und Langobarden in Italien jedoch mehrere eigenständige Herrschaftsgebiete. Während der Süden lange Zeit in der Hand von Byzanz war, gehörten die nördlichen Regionen lange Zeit zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Später (9. Jhdt.) eroberten die Araber einige Gebiete in Süditalien und Sizilien, wurden jedoch von den Normannen (aus der Normandie) im 11. Jhdt. wieder vertrieben. Durch den Anstieg von Handel und einen wirtschaftlichen Aufschwung im Norden errangen die norditalienischen Städte immer mehr Einfluss. Nach dem Untergang der Staufer-Dynastie im 13. Jahrhundert gelang es diesen Städten schließlich fast vollkommen selbstständig zu werden, gehörten formal jedoch noch zum Deutschen Reich. Während dieser Zeit fiel der Süden in die Hand der Anjou, ein französisches Herrschergeschlecht.
Die erste große Blüte erlangte Italien dann jedoch im Zeitalter der Renaissance, als die Städte Florenz, Mailand und Venedig zu zentralen des europaweiten Handels und der europäischen Kultur wurden. In diesen Städten florierte auch das Bankwesen, weshalb auch die meisten Bankbegriffe aus dem Italienischen stammen. Viele Künstler und Erfinder wie Leonardo da Vinci, Galileo Galilei oder Michelangelo gingen in Norditalien ihrer Arbeit nach. In den folgenden Jahrhunderten teilten sich die Herrscher dieser Gebiete die Macht über die Halbinsel.
Nachdem Napoleon die Herrschaft in Frankreich übernahm attackierte der Kriegsherr auch Italien. 1796 gelang es ihm schließlich auch die Macht zu übernehmen, weshalb er sich 9 Jahre später auch selbst zum König von Italien krönte. Jedoch war die Dauer dieses Königsreichs bekanntermaßen nur sehr kurz, so dass die ehemaligen Zustände nach dem Wiener Kongress von 1814 und 1815 wieder hergestellt wurden.
In den folgenden Jahrzehnten erlangte das Geschlecht der Savoyer, Herrscher über den Piemont und Sardinien, zunehmen an Macht und erreichten nach drei Unabhängigkeitskriegen die Vereinigung Italiens. 1861 wurde Vottorio Emanuele II. zum ersten König Italiens ausgerufen. Die ehemalige Hauptstadt der Savoyer, Turin, fungierte auch als erste Hauptstadt Italiens. Bis heute ist in nahezu allen Großstädten Italiens eine wichtige Verkehrsstraße nach dem ersten Herrscher Italien benannt. Nachdem 1865 für kurze Zeit Florenz zur Hauptstadt ernannt wurde, wurde bereits 1870 Rom zur Hauptstadt gemacht.
Im Ersten Weltkrieg kämpfte Italien an der Seite der Entente (Frankreich, USA, Großbritannien, etc.) und gehörte somit zu den Siegerparteien. Dadurch gelang es Südtirol und Trentino zu annektieren.
Im Oktober 1922 gelang es Benito Mussolini durch einen Putsch an die Macht zu kommen. Sein Marsch auf Rom und seine Überzeugungen beeinflussten auch Hitler bei der Planung des Hitler-Putsches und in seiner Politik. Beispielsweise wurde der Hitler-Gruß in gleicher Form von den Gefolgsleuten Mussolinis getätigt. Mussolini wurde durch die Machtübernahme schließlich zum autoritären Duce (Führer) Italiens. Sein Ziel war es das ehemalige Römische Reich wiederaufzubauen, was ebenso eine Ähnlichkeit zur Ideologie der Nazis darstellt. Nachdem Mussolini im Herbst 1943 gestürzt wurde, brach man einen Pakt über militärische Zusammenarbeit mit dem Deutschen Reich und Japan und schloss sich den Alliierten Truppen an. Während des Zweiten Weltkrieges kam es zu schweren Kriegsverbrechen, auch durch nach 1943 eingefallene deutsche Besatzer, an der Bevölkerung. Ebenso wie in Deutschland wurden seit Mitte der 30er Jahre sehr viele Juden verfolgt und umgebracht. Dabei arbeiteten italienische und deutsche Behörden zusammen.
Am 22. Dezember 1947 beschlossen Volksvertreter eine neue Konstitution für Italien, die am 1. Januar des darauffolgenden Jahres in Kraft trat. Nachdem bereits im Römischen Reich knapp 2500 Jahre zuvor erste demokratische Strukturen existierten, war dies die erste Republik des Landes (Zum Vergleich: Deutschland 1918, Frankreich 1792).
In der Nachkriegszeit gelangen dem Land ein starker wirtschaftlicher Aufschwung und die Gründungsmitgliedschaft der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft. In den vergangenen Jahrzehnten zeichnete sich Italien innenpolitisch durch zahlreiche Regierungswechsel aus.