Die Wirtschaft in Italien

Wirtschaftlich ist Italien ein eher geteiltes Land. Während in den nördlichen Regionen das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf nur knapp unter dem Durchschnitt Deutschlands liegt, so ist der BIP pro Kopf in Kalabrien (Stiefelspitze) nur halb so hoch wie in Südtirol oder der Lombardei. Im Durchschnitt verdienen Südtiroler am meisten Geld in Italien (34000 Euro), gefolgt von Bewohnern Liguriens (Hauptstadt: Genua), der Lombardei (Hauptstadt: Mailand), des Piemont Hauptstadt: Turin) und dem Aostatal (etwa 28000 Euro). In den südlichsten Regionen, wie zum Beispiel Kalabrien, Sizilien oder Kampanien verzeichnet man jedoch nur ein durchschnittliches Einkommen um etwa 15.000 Euro.

Insgesamt ist die italienische Wirtschaft mit einem Bruttoinlandsprodukt von 2,3 Billionen US-Dollar die siebt größte der Welt. Die reale Wirtschaftsleistung könnte jedoch noch bis zu 20% höher sein, da im Vergleich zu anderen Staaten sehr viel Schwarzarbeit geleistet wird. Seit den 90er Jahren entwickelte sich die Konjunktur unterdurchschnittlich, 2008 rutschte das Land im Zuge der Finanzkrise ab 2007 in die Rezession. Die Regierung kann jedoch nur durch Aufnahme neuer Schulden diesen wirtschaftlichen Problemen entgegentreten, da Italien das prozentual (am BIP gemessen) meistverschuldete Land Europas ist. Obwohl die Steuerquote im Land relativ hoch ist, gelingt es wohl auch in absehbarer Zeit nicht, das jährliche Haushaltsdefizit in Milliardenhöhe(2008 etwa 62 Milliarden) zu beseitigen.

Ein Problem Italiens ist die geringe Eigenversorgung mit Energie. Nachdem man 1990 alle vier Atomkraftwerke abschaltete importiert man nun rund 85% des Energiebedarfs aus Frankreich, das derzeit 58 Atomkraftwerke betreibt. Ein weiteres Problem ist die sehr hohe Jugendarbeitslosigkeit. Obwohl die Landwirtschaft nur einen geringen Einfluss auf den BIP hat ist Italien nach Frankreich der weltweit zweitgrößte Weinproduzent.

Der reichste Italiener ist mit einem Vermögen von 11 Milliarden Dollar Michele Ferrero (Nutella, verschiedene Süßigkeiten). Ihm folgen der weltweit größte Brillenhersteller Leonardo Del Vecchio und Ministerpräsident, Bau- und Medienmogul Silvio Berlusconi. Auch einige Modedesigner wie Giorgio Armani oder die Familie Benetton gehören zu den reichsten Italienern. In Italien sind sehr viele Menschen selbstständig, rund 33% (Deutschland nur 10%).